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Samstag, 25. November 2023

 NEU ERSCHIENEN:

irgendetwas dazwischen. Gedichte. Mit Illustrationen von Anja NolteVerlagshaus Berlin 2023.



Überall Ordnungen: Einordnung, Zuordnung, Unterordnung. Irgendetwas dazwischen ist ein Plädoyer für die Unordnung. Im Fokus steht der Austragungsort so vieler Ordnungsversuche: der Körper. Körper lässt sich nicht säuberlich zusammenfalten und in Identitätsschubladen stecken. Es geht Odile Kennels Gedichten um Ausfaltung, um Entfaltung — und um den vermeintlichen Ordnungsapparat schlechthin: Sprache. Kennels Gedichte sind dabei immer und immer unbedingt sinnlich: Sie bewegen sich über Sprachen hinweg, tauchen in Klang, mäandern, rumpeln, verlieren manchmal den Kopf — verspielt, verliebt, verzweifelt. Sie sind auf der Suche: nach etwas, das nicht nur benennbar, nicht nur denkbar, sondern auch lebbar ist.



Dienstag, 5. Oktober 2021

Neu! In jeder gut sortierten Buchhandlung oder beim Verlagshaus Berlin bestellbar. Jetzt schon in der zweiten Auflage!



Montag, 21. Dezember 2020

@stadtsprachen

Ich freue mich sehr, Teil der Stadtsprachen  zu sein, dem wunderbaren vielsprachigen Magazin der Veranstaltungsreihe @parataxe in Berlin. Hier in der Berliner Zeitung  hatte ich mit Cornelia Geißler über das Schreiben zwischen den Sprachen gesprochen (auf Deutsch, in dem Fall). 

Aus der Serie: poèmes de désamour. Gedichte über das Entlieben 


Freitag, 11. Dezember 2020

Begriffe in der Pandemie

 

Ich bitte um die Aufnahme zweier Wörter in den Duden:

1) Zoomutung

2) Glühweinstrich (©Nicoletta Grillo)

Begriffe in der Pandemie: harter Lockdown

Nur damit kein Missverständnis aufkommt: Für alle, die in der Kultur und der Gastronomie ihr Brot verdienen und ihre sozialen Kontakte habe, ist dies bereits ein harter Lockdown.

Wenn der jetzt angekündigte harte Lockdown darin besteht, keine Klamotten und elektronischen Endgeräte mehr einkaufen und Glühwein trinken zu können und sich nicht mit mehr als fünf Personen in einer Wohnung zu treffen, dann ändert der harte Lockdown an meinem Leben exakt: nichts. Ich bin schon seit Wochen im harten Lockdown.

Und wie nennen wir dann den Lockdown in Frankreich, Argentinien, Brasilien? Ultraharter Lockdown?

P.S. Fünf Personen in einem privaten Raum? Wie ging das nochmal?

Mittwoch, 2. September 2020

Wahnsinn in Deutschland

Irgendwie hat dieses Land einen Hang zur Unverhältnismäßigkeit. Ein Lappen, den man zum Einkaufen aufsetzen muss, mobilisiert 40.000 Menschen. Für einen Lappen laufen sie Hand in Hand mit Nazis. Sie sind vermutlich versichert gegen Gefahren, von denen man nicht wusste, dass sie existieren, und fühlen sie sich von einem Lappen und einem Lockdown, den es für Privatpersonen nie gab, in ihrer Freiheit eingeschränkt. „Lieber sterben, als ein Leben in Angst“, sagen die Weltmeister der Sicherheit. Doch ja, das macht mir Angst.

Weitere Gedanken zu #b2908

Also, wir üben das jetzt mal: Sagen Sie zehnmal hintereinander den Satz „Seit 1990 haben Rechtsextreme in Deutschland 208 Menschen umgebracht", ohne dabei das Wort „linksextrem“ im selben Atemzug zu nennen.

Und noch eine kleine Anregung für die Phantasie: Wären die rot-weiß-schwarzen Flaggen am vergangenen Samstag das gewesen, was sie gerne wären, hätten wir ein Meer an Hakenkreuzflaggen gehabt. #b2908

(ich folge bei den Toten der Zahl der Amadeu-Antonio-Stiftung)

Montag, 11. Mai 2020

Ungeordnete Gedanken über die verschwörerische Mitte (reden wir mal über Analogien)


Wenn derzeit von der gesellschaftlichen Mitte die Rede ist, die sich auf den „Hygienedemos“ von Rechtextremen vereinnahmen lasse, stutze ich. Wenn das die Mitte ist, die sich bereitwillig aberwitzigen, völlig kruden, wissenschaftsfeindlichen, antisemitischen Thesen hingibt, dann haben wir ein Problem mit der Mitte. Ich sehe mir die Videos im Netz an, die Gesichter derer, die interviewt werden und die sich über die Einschränkung ihrer Grundrechte, ihrer (Impf- und Einkaufs-)Freiheit durch den bösen Staat empören: Und ich kann nicht umhin, ich sehe in diesen Gesichter die beleidigten Gesichter ihrer (in der einen oder anderen Form) Nazi-Eltern-, Groß- oder inzwischen Urgroßeltern, die sich nach 1945 betrogen fühlten, weil sei den Krieg entgegen aller Versprechungen nun doch verloren hatten, die sich ungerecht behandelt fühlten, weil sie doch auch gelitten hatten und nur eines wollten: die größten Opfer sein, nur um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, dass sie Täter gewesen waren. Die auch lieber nirgendwo hin schauten, nicht in die Länder, die sie bombardiert, ausgeplündert oder ausgehungert hatten und denen es nach dem Krieg nun auch nicht gerade gut ging, und vor allem nicht auf den industriellen Massenmord, der heute als Shoah bezeichnet wird und dessen Rädchen oder Triebwerke sie gewesen waren. Die Demokratie (in der Brd) empfanden sie als auferzwungen, arrangierten sich irgendwann mir ihr, weil sie ihnen Wohlstand brachte. Den Sozialismus wohl ebenso, und wenn der zwar keinen Wohlstand im Sinne der Brd brachte, so doch immer eine offizielle „Entlastung“, auf der richtigen Seite gestanden zu haben (auch wenn das für die meisten Familien vermutlich eher nicht der Fall gewesen war). 
Heute wie damals: Viel Gefühltes, wenig Fakten, bzw. deren Leugnung.
Und ich weiß ja: Ab dem 9.5.1945 die Bemühungen, den NS und die Shoah zu relativieren oder zu negieren nie abgerissen – trotzdem muss ich schlucken, dass in 2020 so laut und hörbar die Corona-Maßnahmen mit dem Ermächtigungsgesetz verglichen werden, die Zeit nach Corona mit der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, Mengele und „Menschenexperimente“ und „Rassegesetze“ in Analogie zur heutigen Situation gesetzt, ja, sogar Armbinden mit gelben Sterne getragen werden!!!! (Mir lässt schon das Wort „Hygiene“ die Haare zu Berge stehen) Ganz zu schweigen von dem klassisch verschwörungsideologischen Topos der „jüdischen Weltverschwörung“, nach dessen Muster sich der Bill-Gates-Hass manifestiert … Der Boden, auf dem sich die Mitte bewegt, ist offenbar immer noch so fruchtbar, dass diese „Reflexe“ in dieser Krisensituation sofort abrufbar sind … also fest verankert sind im kollektiven Gedächtnis und den einzelnen Körpern. Uff, das soll die Mitte sein? Und, reden wir mal über Analogien – sie wollen vermeintlich staatskritisch sein, laufen aber jemandem hinterher, der ein „Reich des Lichts“ gründen will??? Klingelt da nicht was in den Ohren? … wtf.

Samstag, 12. Oktober 2019

Wahnsinn im (leider) Alltag

Wenn zwei Menschen ermordet werden und weitere 80 um ein Haar ermordert worden wären, ist das ein Alarmzeichen und kein Verbrechen. Das geht schnell mit der Verschiebung der Maßstäbe.

Samstag, 14. September 2019

Wahnsinn im Alltag 18


Ich kaufe im Internet ein Ticket für eine Lesung (8 €). Mir wird eine Ticketversicherung empfohlen (0,99 €). Falls etwas dazwischen kommt, erhalte ich mein Geld zurück (7,01 €). Ich klicke auf „nein, danke“. Ein weiteres Fenster öffnet sich, zwei Möglichkeiten: „ich möchte keine Ticketversicherung“ (sagte ich doch schon), und „Ich trage das volle Risiko“. Mir war nicht klar, dass Lesungen eine Gefahr für mein Leben bedeuten. Ich beginne zu zweifeln. Soll ich wirklich hingehen, und wenn ja, soll ich mich nicht doch zumindest für das halbe Risiko entscheiden? Werde ich auch gegen unangenehme Gerüche oder gar, Obacht! falsche Worte versichert? Was, wenn mir jemand auf lebensgefährdende Weise seine Bitter Lemon in den Ausschnitt schüttet?