Mittwoch, 14. November 2012

E-Books und Astronautennahrung



„In Zeiten des E-Book(s)“, lese ich gerade in einem Artikel über den open mike (dem vorgeworfen wird, in eben diesen Zeiten nicht zeitgemäß zu sein) … Aber was für E-Book-Zeiten denn? Welche Relevanz haben E-Books bisher im Buchverkauf? Wenn ich an die Vehemenz denke, mit der das Thema „E-Book“ auf der Frankfurter Buchmesse zum wichtigen Thema erklärt wurde, kann ich nicht umhin festzustellen: Hier will eine Lobby Apparate verkaufen. Und inszeniert eine Dringlichkeit, die de facto nicht existiert. Es gibt Liebhaber des E-Books, warum nicht, sie haben ihre Gründe, so wie ich meine Gründe habe, Liebhaberin des gedruckten Buches, vorzugsweise des Taschenbuches zu sein. Was mich irritiert, ist die Herablassung, mit der Argumente wie die folgenden quittiert werden: Ich mag das Buch riechen, betasten, will blättern können, will die Buchrücken in meinem Regal überfliegen, die Bücherstapel auf dem Boden von einem Platz an den anderen rücken können.
Die Sinnlichkeit des Buches ist etwas für Nostalgiker, stimmt’s? Schließlich sind das nur Äußerlichkeiten, es geht beim Buch doch um Inhalte! Wenn Sie dem zustimmen, so schlage ich vor, Sie ernähren sich zukünftig von Astronautennahrung. Und bitte keine Sehnsucht nach Wildbraten, Wein und Walnussdessert. Es geht hier um Inhalte. In den Tuben ist schließlich alles drin.

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